Pressetext 2019


Thomas Ruff, jpeg ri02, 2007

Präsentation der Fotografiesammlung – September 2019

„Wo aber der Mensch aus der Photographie sich zurückzieht, da tritt erstmals der Ausstellungswert dem Kultwert überlegen entgegen.“ (Walter Benjamin)

Die öffentlich zugängliche Fotografiesammlung Arthur de Ganay knüpft an diesen Aspekt der Fotografie an und richtet den Fokus auf die scheinbare menschenleere Landschafts- und Architektur-Fotografie, um den Betrachter durch den von Benjamin genannten „Kult der Erinnerung“ nicht abzulenken.
Ein wichtiges Anliegen der Sammlung ist es, einen Beitrag zur breiten Akzeptanz der Fotokunst zu leisten. Durch die Zusammenstellung von meistens großformatigen Arbeiten soll aufgezeigt werden, dass die Fotografie der Malerei innerhalb der bildenden Künste beinah gleichwertig sein kann.
Die Räumlichkeiten, die vom 2006 bis 2016 ausschließlich der Fotografie gewidmet waren, sind nun bewohnt, dennoch nehmen die ausgesuchten Kunstwerke in der gesamten Einrichtung nach wie vor eine klar übergeordnete Stelle ein.

In erster Linie wird die bevorzugte Lage am Fluss thematisiert: den zentralen Platz besetzt das übergroße Werk von Thomas Ruff: jpeg ri02 wirkt jedoch nur aus der Fern dekorativ und je näher diese Fotografie betrachtet wird, umso rätselhafter erscheint das Motiv. Die räumliche Darstellung im Bild suggeriert den Tief, aber verwirrt zugleich durch das grobe, malerische, ja impressionistische Pixelraster.
Von etwas kleineren Dimensionen sind die 4 ausgestellten Werke von Elger Esser zum Thema Wasser: zwei Fluss- und zwei Meerlandschaften: die klassische und zeitlos anmutende Motive sollen den Betrachter zur einer Zeitreise in eine scheinbar verlorene Idyll einladen.
Ein Straßenbild von Laurenz Berges knüpft hier an einer anderen unüblichen Fotografie von Elger Esser: beide Ansichten von scheinbar verlassenen nahezu trostlose Dörfern verbinden eine schleichende Melancholie.
Ein weiteres Ensemble wird mit 3 Fotografien von Lewis Baltz gebildet: Sites of Technology thematisiert die moderne Forschungsräune aus dem Jahr 1990: die damals leistungsstark Computer wirken in ihren Höhen metallbox hier geradezu mysteriöse.
Die Architekturfotografie von Hiroshi Sugimoto fordert durch Unschärfe und Ausschnitt die Vorstellungskraft vom Betrachter. Dem Künstler gelingt es durch das Weglassen sich auf das Wesentlich zu konzentrieren und knüpft damit an die verwischten Architekturansichten aus der Serie l.m.v.d.r. von Thomas Ruff.

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